Wander- und Kulturreise nach Slowenien 2003

vom 29.6.2003 bis 05.07.2003

Die Ferienwanderung des Schwäbischen Albverein Herrenberg führte uns in diesem Jahr nach Slowenien.

Slowenien ist den meisten von uns als Transitland, auf dem Weg nach Istrien bzw. nach Dalmatien, bekannt. Aber Wandern in Slowenien?

Unsere beiden Wanderführer Günter Bauer und Lothar Killinger haben uns dieses Ziel in den Wintermonaten mit Videovorträgen schmackhaft gemacht.

Am Sonntag den, 29. Juni um 6:00 Uhr ging es endlich los. Auf der Autobahn über München, Salzburg, vorbei an Villach. In Velden musste unser Fahrer Mandes eine Pause einlegen. Wir haben diese Pause genutzt, um am Wörthersee eine Tasse Kaffe mit Schlag zu trinken. Weiter ging es durch den Karawankentunnel direkt nach Ljubljana.

Im Bus

Hier in Ljubljana im Hotel M war unser Quartier für eine Woche.

Das Einchecken ging zügig, dank der guten Vorbereitung von Lothar Killinger, und ohne Probleme vonstatten. Dann das Abendessen, auspacken und die 1. Nacht in fremden Betten.

Am Montagmorgen war die Abfahrt auf 8:30 festgesetzt. Unser Ziel: Park Skocjanske jame (Park von St. Kazian).

Skocjanske ist SW von Ljubljana mitten im Karstgebiet gelegen. Die Höhlen befinden sich in einem Naturpark, seit 1986 zählen diese Grotten zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Einstieg und die Wanderung durch die ersten Säle des Höhlenkomplexes, es sind mehr als elf Höhlen, Einsturzdolinen und Schlundlöcher, entlockte ein Ah und Oh über die schönen Steingebilde, die sich uns darboten. Unser Führer nannte diese Säle „die ruhigen Höhlen“. Dann kam der Übergang und die „dröhnenden Höhlen“. Der Reka Velka schießt über Wasserfälle, fließt ruhig im Bett, strömt mit Macht durch den Canyon. Wir gingen bis zu 70m über dem Fluß am Höhlenrand entlang. Ein Schauspiel, das man nicht so leicht vergisst.

Nach ca. 1,5 Stunden Wanderung brachte uns ein Schrägaufzug an das Tageslicht.

Nach dem Ausstieg, ein Blick hinunter in die Doline

Wir wanderten jetzt über der Höhle zum Dorf Skocjan. Dort werden die alten Speichergebäude restauriert und zu einem Museum ausgebaut.

Nach der Mittagspause fuhren wir mit dem Bus nach Hrastovlje. Die dortige romanische Kirche ist im 15. Jahrh. wegen der Türkeneinfälle mit einer Mauer umgeben worden. Vom Fuße des Hügels sieht man nur die Kirchturmspitze. Wir pilgerten in der Hitze des Tages den Weg zur Kirche hinauf, um am Tor zu lesen: der Schlüssel ist im Haus Nr. xx in der Straße xy.

Die Wehrkirche

Der Wanderführer ging los und kam nach schier endloser Zeit mit einer alten Dame, die sich mühsam mit Hilfe eines Stockes vorwärts bewegte zurück.

Die Fresken, die wir dann zu sehen bekamen, sind beeindruckend. Sie stammen aus dem 12. Jahrh. und sind bemerkenswert gut erhalten. Die Erläuterung zu den Fresken wurde uns mittels Tonband gegeben.

Die Vertreibung aus dem Paradies.

Nach dem Besuch dieser Kirche fuhren wir zur Küste an die Adria. Slowenien besitzt immerhin ca. 35 km Küste.

Vor der Zollstation an der slowenisch-kroatischen Grenze drehte unser Busfahrer vor den verdutzten Grenzbeamten den Bus um, und wir fuhren zurück in Richtung Ljubljana.

Am Dienstag ging die Fahrt gegen Norden in die Kamniske Alpe ( Steiner Alpen).

Unser Ziel die Velika Planina. Eine Alm in 1600m Höhe. Mit der Kabinenbahn haben wir die 1400m überwunden und standen im Nebel bzw. den Wolken. Mit einem Sessellift wurden die restlichen Meter zurückgelegt. Diese Fahrt durch die Wolken wollte nicht enden. Unterhalb des Sitzes hörte man Stimmen, der Fußweg geht parallel zum Sessellift.

Vor mir Schemenhaft der nächste Sessel.

Dann auf einmal abspringen, wo waren wir bloß?

Die Alm in Wolken

Nach dem die gesamte Wandergruppe versammelt war, ging es los. Alle auf Tuchfühlung. Plötzlich riss der Nebel kurz auf, und wir standen mitten in einer Kuhherde. Weiter gehen. Dann der dramaturgische Effekt des Wanderführes, die Sonne brach durch, und wir standen mitten im Hüttendorf.

Die Alm bei Sonnenschein

Eine Ansammlung von Holzhäusern mit einer kleinen Kirche. Diese Alm wird immer noch bewirtschaftet. Bei schönsten Sonnenschein konnten wir die Alm umwandern und die Aussicht genießen.

Auf dem Weg zum Hotel gab es einen Abstecher nach Radovljica in das dortige Cebelarski muzej (Imkereimuseum) . Dieses Museum präsentiert die Tradition und Kultur der Imkerei in Slowenien. Besonders den klassischen slowenischen Bienenstock (Krainer Biene).

Das sind Bienenstöcke

Der Mittwoch war der Hauptstadt gewidmet.

Eine interessante Stadtführung durch Ljubljana, in der k. u. k. Zeit Laibach genannt.

Die Stadtführung

Auf Schritt und Tritt begegnet man der k. u. k. Monarchie. Das kleine Slowenien mit seinen ca. 2 Mio. Einwohnern ist ein europäisches Land. Es gehört bestimmt nicht zum Balkan.

Europa und der Stier vor der Universität.

Nach der Stadtführung wurden wir „entführt“ zum Hasenwald.

Ein sehr schönes Ausflugslokal am Rande der Stadt im Ortsteil Pelja. Ein Oberkrainer spielte auf, und wir waren zur slowenischen Gulaschsuppe eingeladen.

Es ist noch Suppe da

Der Leib war gestärkt. Jetzt war es an der Zeit, etwas für die Seele zu tun.

Die Fahrt ging zur Zisterzienserabtei Sticna (dt. Sittich). Das Kloster wurde im Jahr 1135 gegründet und entwickelte sich zu dem Bedeutensten in Slowenien.

Im Jahr 1784 wurde das Kloster von Kaiser Joseph II aufgehoben. 1898 wurde das Kloster neu besiedelt, und es ist bis zum heutigen Tage aktiv.

Eine Führung durch das Kloster, den Teil, der den Laien zugänglich ist, war sehr informativ.

Dem Kloster ist das slowenische Kirchenmuseum angeschlossen.

Der Donnerstag führte uns zum Ostrand des Triglav Nationalparks. Gefrühstückt hatten wir bei strahlendem Sonnenschein auf der Hotelterrasse, am Ziel in Vintgar hieß es Regensachen raus.

Beim Weg durch die Vintgarschlucht merkten wir vom Regen nichts. Die Schönheit der Schlucht läßt sich schwer Beschreiben. Die Damen an der Spitze der Gruppe stimmten plötzlich ein Lied an, und es wurde von der gesamten Gruppe angenommen.

Wie kann man ein Gefühl über die Landschaft, der Größe der Natur besser ausdrücken.

Beim Aufstieg aus der Schlucht ca. 140m hoch zur Kirche St. Katarina hatten wir gleißenden Sonnenschein.

Zwischen den Schauern

Das Vesper wurde durch einen Regenguss beendet.

Trocken und unter Sonnenschein wanderten wir abwärts nach Bled zum gleichnamigen See.

Von dort aus Aufstieg zur Burg. Die Burg verfügt über Museen und Cafe’s, das zusammen und die Aussicht war eine Pause wert.

Es blieb doch noch Zeit, um mit dem Boot zur Insel Blesko jezero überzusetzen.

Die Burg Bled

Der Freitag als letzter Wandertag war auch das I-Tüpfelchen der Wanderwoche.

Auf dem Programm standen die Postojnska jama (Adelsberger Grotten).

Man fährt ca. 2 km mit einer Grubenbahn in die Grotten und wandert dann ca. 5 km durch die Höhlen. Die Säle, einer schöner als der andere. Was die Natur in tausenden von Jahren geschaffen hat, ist überwältigend.

Nach dem Besuch der Höhlen wanderten wir zur Burg Predjama.

Die erste Burg wurde in einer Höhle errichtet, im 16. Jahrh. wurde die jetzige Burg davor gebaut.

Mit 3 und 4 Geschossen steht die Burg in der Felswand. Praktisch uneinnehmbar.

Mit dem dahinter liegenden Höhlensystem ist bei einer Belagerung für den Nachschub gesorgt.

Die Burg

Der Samstag war unser Rückreisetag. Die Heimreise verlief ohne große Staus, sodaß wir alle zum Abendessen wieder zu Hause waren.

 

Letzte Änderung: 02.02.2016